CIO Randolf Stich (Rheinland-Pfalz) Ammar Alkassar (Saarland) Patrick Burghardt (Hessen)
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Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland kooperieren als OZG-Verbund Mitte

Mit der länderübergreifenden Plattformstrategie wollen die drei Länder einen radikalen Wandel in der IT der Landesverwaltung einleiten.

Auf einer gemeinsamen Digitalisierungsplattform werden die bestehenden IT-Services für Bürger und Wirtschaft sukzessive zusammengeführt und durch eine standardisierte, einheitliche Prozessunterstützung ersetzt.

Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland haben bei einem Treffen der CIO (Chief Information Officer) der drei Länder vereinbart, künftig bei der Digitalisierung von Verwaltungsleistungen als OZG-Verbund Mitte verstärkt zu kooperieren. Zur Umsetzung setzen die Länder auf die technisch leistungsstarke zentrale Plattform Civento. In den Ländern wird die Plattform jeweils unter einer Marke mit einem entsprechenden Wiedererkennungswert gestartet.

„Für eine erfolgreiche Digitalisierung bedarf es dreier Dinge: einer klugen Strategie, starker Partner und leistungsfähiger Tools“ sagte Ammar Alkassar, Bevollmächtigter des Saarlandes für Innovation und Strategie und CIO der saarländischen Landesregierung. „Mit unserer konsequenten, länderübergreifenden Plattformstrategie leiten wir einen radikalen Wandel in der IT der Landesverwaltung ein und stellen die Weichen für die Zukunft.“

Digitalisierungsplattform Civento als zentraler Dreh- und Angelpunkt

Wurden bislang für einzelne Verwaltungsleistungen jeweils separate Verfahren mit unterschiedlichen technischen Lösungen entwickelt, so wird diese Architektur nun komplett neu aufgestellt: In Zukunft bildet die Digitalisierungsplattform den zentralen Dreh- und Angelpunkt. Damit werden die bestehenden IT-Services für Bürger und Wirtschaft sukzessive zusammengeführt und durch eine standardisierte, einheitliche Prozessunterstützung ersetzt. Ein entscheidender Bestandteil zur Umsetzung der Plattformstrategie ist die Tatsache, dass die erforderliche Modellierung von Verwaltungsprozessen bei Gesetzesänderungen nicht mehr durch IT-Spezialisten neu programmiert werden muss, sondern durch versierte Verwaltungsmitarbeiter mittels intuitiver Konfigurationsmöglichkeiten weitgehend umgesetzt werden kann.

Anbieter für die Verwaltungs-IT können sich in der Folge auf Spezialaufgaben und Erweiterungspakete konzentrieren und müssen so nicht immer wieder aufs Neue Basisdienste entwickeln. „In Zeiten knapper IT-Fachkräfte ist dies eine wegweisende und volkswirtschaftlich kluge Entscheidung, um die Verwaltung auch zukünftig mit modernen und bedarfsgerechten digitalen Lösungen ohne Doppelentwicklungen zu versorgen“, führt Staatssekretär Randolf Stich aus Rheinland-Pfalz aus.

ekom21 als Partner

Hessen, Saarland und Rheinland-Pfalz haben als OZG-Verbund Mitte bei diesem Schritt erfahrene Partner an ihrer Seite, mit denen Verwaltungsleistungen arbeitsteilig erstellt und wechselseitig zur Verfügung gestellt werden können. Die gemeinsam beschaffte Digitalisierungsplattform der ekom21, für die das Saarland und Rheinland-Pfalz kürzlich den Zuschlag im Rahmen eines europaweiten Ausschreibungsverfahren erteilen konnten (Hessen hat die Plattform bereits beschafft), stellt eine ausgereifte und leistungsfähige technische Grundlage für die Antrags- und Prozessplattform dar, die mit vereinter Kraft zur innovativsten eGovernment-Basisplattform Deutschlands ausgebaut werden soll.

„Ich bin mir sicher, mit diesem weiteren Innovationsschritt und durch die Kooperation in einem größeren Verbund sowie insbesondere mit dem ganz aktuell in der Corona-Pandemie gezeigten hohen Engagement der Verwaltungsmitarbeiter in Land und Kommunen wird es uns gelingen, unsere Bundesländer an eine Spitzenposition im Bereich der Digitalisierung zu führen. Dabei sind wir als OZG-Verbund Mitte offen für weitere Kooperationspartner, um gemeinsam voranzugehen“, so Patrick Burghardt, CIO des Landes Hessen und Digitalstaatssekretär, abschließend. (vdz/kra)

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