weihnachtsmann
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Digitale Bürgerservices: In Bayern bringt sie jetzt der Weihnachtsmann

Die AKDB stellt Kommunen eine Werbekampagne für Online-Dienste bereit

120 verfügbare Online-Dienste für Verwaltungsleistungen gibt es in Bayern bereits, doch die Bürgerinnen und Bürger kennen nur wenige. Eine Werbekampagne soll das ändern.

Antje Kraschinski

Eigentlich wissen inzwischen alle Bürgerinnen und Bürger, dass man nicht mehr für  jede Verwaltungsdienstleistung persönlich auf ein Amt oder zu einer Behörde gehen muss. Bei der Befragung für den jährlichen E-Government-Monitor der Initiative D21 und der Technischen Universität München gaben 97 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie mindestens einen Onlinedienst ihrer Verwaltung kennen. Zwar zeigte die Studie auch: Die Nutzung der digitalen Bürgerservices nimmt seit 2011 nur gering zu. Aber je länger die Corona-Pandemie anhält, desto wichtiger werden sie - und desto stärker werden sie auch in Anspruch genommen. Vorausgesetzt: Man weiß auch, dass es diese oder jene Verwaltungsdienstleistung inzwischen als Online-Service gibt.

Nutzung internetbasierter Kfz-Dienste stieg in Bayern um 3000 Prozent

Frau mit Hantel
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Corona und Lockdown zwingen Bürgerinnen und Bürger dazu, sich darüber zu informieren. Denn trotz Pandemie müssen Autos angemeldet, Kindergeld oder Corona-Hilfen beantragt werden. Nicht nur Bayern verzeichnet deshalb einen sprunghaften Anstieg bei der Nutzung digitaler Bürgerservices. Grund ist natürlich, dass viele Ämter während des Lockdowns den Publikumsverkehr eingestellt haben. Aber ob die Bürger lieber am heimischen PC per Internet Anmeldungen tätigen und Anträge stellen weil sie sich dem Risiko einer Ansteckung nicht aussetzen wollen oder weil das zuständige Amt schlicht geschlossen ist, spielt eigentlich keine Rolle. Wichtig ist: Plötzlich geht es doch, das mit der Nutzung digitaler Bürgerservices. Allein die Nutzung der internetbasierten Kfz-Dienste schnellte wegen des Corona Lockdowns in Bayern laut der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung AKDB um 3000 Prozent in die Höhe.

Wer die Online-Dienste kennt, nutzt sie auch

Wanderer
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Die AKDB macht nun aus der Not eine Tugend: Sie nutzt das gewachsene Interesse an digitalen Bürgerservices und will, dass Kommunen ihre digitalen Angebote bekannter machen. Dafür hat sie eine Werbekampagne für Print und Online entwickelt, die sie den Kommunen in Bayern kostenlos zur Verfügung stellt. Der Gedanke dabei: Wer Möglichkeiten nicht kennt, kann sie auch nicht nutzen. Und wer sie kennt, nutzt sie auch. Sinn der Kampagne ist also, die aktuell über 120 verfügbaren Online-Dienste in der breiten Bevölkerung bekannter zu machen. Mit Plakaten, Flyern und Anzeigenmotiven sollen Kommunen gezielt ihre Onlinedienste bewerben. Kommunen können die Materialien individualisieren und für das eigene Print-oder Online-Angebot anpassen.

"Die Resonanz darauf war sehr positiv"

Mädchen und Mann in Schwimmsachen
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"Während die aktive Bewerbung von Online-Verwaltungsdiensten bislang kaum ein Thema war, haben wir seit Corona immer mehr Anfragen unserer kommunalen Kunden, ob wir sie hier nicht werblich unterstützen könnten", so Wolfram Weisse, Leiter Marketing und Unternehmenskommunikation bei der AKDB zur Entstehung der Kampagne. "Nach einem internen Kreativprozess haben wir die beste Kampagnenidee einem Dutzend Kunden präsentiert, die Resonanz darauf war sehr positiv." Neben Vorlagen für Anzeigen können die Motive als Plakate in A3- oder A2-Format runtergeladen werden. Auch fertigte Visuals für Facebook und Instagram sowie Vorlagen für Pressetexte liefern die Bayern gleich mit. Die Stadt Kempten im Allgäu nutzt die Motive bereits.

Klare Botschaft: Lieber was Schönes machen statt Warten auf dem Amt

Eine ältere Dame sitzt im Sessel
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Die Botschaft der bunten Motive ist direkt und einfach: „Heute geh ich aufs Amt“ lautet der Slogan, gezeigt wird dazu beispielsweise ein Frau in Sportkleidung mit Hantel in der Hand, ein Wanderer mit Rucksack, ein Vater mit seiner Tochter in Badekleidung oder eine ältere Dame in einem gemütlichen Sessel. Gemeint ist: Geh Online aufs Amt, egal von wo und zu welcher Tageszeit. Mach lieber für was Schönes, anstatt Zeit mit Warten auf Bürofluren zu verschwenden. Kampagnenstart war im Herbst, als neuestes Motiv hat die AKDB nun rechtzeitig zur Adventszeit einen Weihnachtsmann auf das Plakat gebracht.

Er trägt einen großen roten Beutel auf dem Rücken. Darin transportiert er wahrscheinlich sein Handy und seinen Personalausweis mit freigeschalteter eID. Für den Großteil der Online-Anträge müssen Nutzer sich mit Nutzernamen und Kennwort im Bürgerservice-Portal registrieren. Aber für einige Online-Dienste mit hohem Sicherheitsniveau benötigen sie neben der eID auch eine kostenlose App. Nur so bekommt man dann das Geschenk der Online-Bequemlichkeit.

Die Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern AKDB ist ein IT-Dienstleister in Form einer einer Anstalt des öffentlichen Rechts. Sie arbeitet mit ihren rund 4.700 Kunden – hauptsächlich Gemeinden, Städte, Landratsämter und öffentliche Einrichtungen in Bayern- auf vertraglicher Basis zusammen. Als Selbsthilfeeinrichtung der Kommunen arbeitet die AKDB nicht gewinnorientiert.

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