Symbolbild Übertragbarkeit als Grundpfeiler für Digitalisierung
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Übertragbarkeit als Grundpfeiler für Digitalisierung

Wie Kommunen in NRW gemeinsam von digitalen Lösungen profitieren können

Die Digitalisierung schreitet zügig voran und verändert die Art, wie Menschen heute leben, kommunizieren und arbeiten maßgeblich. Immer mehr Städte und Kommunen entwickeln vor diesem Hintergrund Strategien, die darauf abzielen, ihre Umgebung technologisch fortschrittlicher, umweltfreundlicher und sozial inklusiver zu gestalten.

Sarah Dobrowolski

In den fünf Digitalen Modellregionen – Aachen, Bergisches Städtedreieck, Emscher-Lippe, Ostwestfalen-Lippe und Soest – gehören nachhaltige E-Government- und Smart City-/Region-Entwicklungen bereits zum Alltag und sind zu einem wichtigen Standortfaktor geworden. Besonders Bürgerinnen und Bürger profitieren von den vielfältigen Digitalisierungsprojekten der Modellregionen. Sie bieten die Chance, urbane Gebiete und ländliche Räume als einen attraktiven Ort zum Leben, Arbeiten und Besuchen zu entwickeln. Voraussetzung hierfür ist eine ganzheitliche Strategie, die übertragbare Lösungsansätze, Netzwerke und Kooperationen integriert.

Das Förderprogramm »Digitale Modellregionen«, welches 2018 vom Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen (MWIDE) ins Leben gerufen wurde und aus dem 65 Innovationsprojekte hervorgingen, befindet sich auf der Zielgeraden. Es verfolgte einen ganzheitlichen Ansatz, um die Digitalisierung in Nordrhein-Westfalen zu beschleunigen und eine Best-Practice-Kultur, die als Vorbild für alle Kommunen im digitalen Veränderungsprozess dient, zu etablieren. Ein wichtiger Grundpfeiler ist dabei die Übertragbarkeit – neu entwickelte, innovative digitale Lösungen und Zukunftstechnologien aus den Förderprojekten sollen für alle Städte und Gemeinden nachnutzbar sein. Neben IT-Standards basieren die Modellprojekte oft auf Open-Source-Technologien. Das vereinfacht ihre Nachnutzung. Vor allem bei Portal- und Plattformlösungen – dem Herzstück vieler Digitalisierungsprojekte – sind lizenzfreie Lösungen ein zentraler Bestandteil, um Informationen und Daten öffentlich sichtbar und transparent abzubilden.

Schritt für Schritt zur Übertragbarkeit

Die Nachfrage der Kommunen an den Projekten aus den Digitalen Modellregionen wächst stetig: Nahezu 400 Interessensbekundungen an der Nachnutzung einzelner Lösungen liegen bereits vor. Um sicherzustellen, dass die Projekte aus den Modellregionen für andere Kommunen übertragbar sind, hat das MWIDE in enger Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Begleitforschung ein standardisiertes Übertragbarkeitskonzept erarbeitet. Dazu zählen Konzepte, Vorlagen & Verfahren sowie Softwareelemente oder lizenzfreie Lösungen. Die fünf Digitalen Modellregionen sind im Rahmen des Förderprojektes dazu verpflichtet, diese zur Verfügung zu stellen. So können in künftigen Digitalisierungsprojekten Ressourcen wie Zeit, Aufwände und Kosten minimiert werden.

In einem ersten Schritt führen die Projektbüros eine Qualitätssicherung durch. Der KDN unterstützt die Modellregionen bei diesem Prozess. Anschließend stellt jedes Projekt die Übertragbarkeitskonzepte dem interessierten Kreis der Fachöffentlichkeit vor.

Bis Mitte 2022 sollen alle Konzepte über die offene KDN-Datenbank bereitgestellt werden. Darüber hinaus können die in den Modellregionen entwickelten Online-Lösungen in der Datenbank abgerufen und über das Kommunalportal.NRW nachgenutzt werden. Nach und nach werden dort weitere Dienste migriert. Unter Verwendung des landesweiten Rahmenvertrages mit dem Low-Code-Anbieter Form-Solutions erweitert der KDN derzeit das Kommunalportal.NRW um die Einbindung der Online-Lösungen aus den Digitalen Modellregionen.

Wichtiger Bestandteil der Serviceportale sind die Servicekonten, über die sich Bürgerinnen und Bürger gegen­über der Verwaltung identifizieren. Das Modellprojekt »Smartphone-Bürger-ID«, entwickelt im Rahmen des Förderprogramms, liefert eine neue nutzerfreundliche, sichere und passwortlose Authentifizierungslösung. Durch die Anbindung an das Servicekonto.NRW soll die »Smartphone-Bürger-ID« in Kommunen und Ländern damit eine essenzielle Grundlage für die einfache Verfügbarmachung aller zukünftigen personalisierten OZG-Dienstleistungen und Smart-City-Anwendungen werden.

Austauschen, fördern und vernetzen

Der KDN unterstützt alle beteiligten Kommunen, sich in hohem Maße untereinander zu vernetzen und praktikable Ansätze für Digitalisierungsprojekte zu entwickeln. Die schnelle und reibungslose Übertragbarkeit aller entwickelten Lösungen steht dabei im Mittelpunkt. Die Berücksichtigung von IT-Standards stellt sicher, dass am Ende alle Kommunen die entwickelten Lösungen einsetzen können.

Kontakt Mona Grosnick

Mona Grosnick ist im KDN Ansprechpartnerin für die Digitalen Modellregionen. Sie steht diesen beratend und projektbegleitend im Hinblick auf die Dokumentation und Übertragbarkeit der Ergebnisse zur Seite. Kommunen, die Interesse an einer Nachnutzung der Lösungen aus den Digitalen Modellregionen haben, können sich gerne an Mona Grosnick wenden.

Veranstaltungshinweis

Wann geht es digital zum Amt und wann werden wir in smarten Städten leben? Bei der virtuellen Veranstaltungsserie »Zukunft in NRW – Digitale Reise durch die Modellregionen Nordrhein-Westfalens« sprechen wir nicht nur über die Zukunft, wir machen sie erlebbar. Für fünf Tage bringen das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW (MWIDE) und der KDN regionale Innovationen, frische Ideen und neue Trends aus den Modellregionen in den virtuellen Raum. Unsere Themen sind aktueller denn je – eine digitale Verwaltung und die Entwicklung smarter Städte und Regionen in Nordrhein-Westfalen. Diskutieren Sie mit führenden Expert*innen, erleben Sie spannende Impulse aus der öffentlichen Verwaltung im digitalen Zeitalter und nutzen Sie Ihre Chance zu Netzwerken. Wir laden Sie zum Mitmachen ein!

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