Personalmanagement
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Mehr als Fachwissen

Digitale Transformation in der Verwaltung – Die Bedeutung digitaler Kompetenz

In Zeiten des ständigen Wandels und hohen Handlungsdrucks, wie ihn die Digitalisierung und aktuelle Herausforderungen wie die Energiekrise aufzeigen, wird deutlich, welche Fähigkeit für Organisationen - ob in der Wirtschaft oder der öffentlichen Verwaltung - wirklich wichtig sind: Flexibel und effizient zu handeln. Dies erfordert Offenheit und das Streben nach kontinuierlichem Lernen und Entwicklung als Organisation und als Mitarbeitende in einer solchen Organisation.

Die traditionelle Vorstellung von Qualifikationen, die ausschließlich auf fachlichem Know-how basieren, gerät zunehmend an ihre Grenzen. In der modernen Verwaltung ist es unerlässlich, dass die Mitarbeitenden nicht nur mit den neuesten Informationen und Technologien vertraut sind, sondern auch über Fähigkeiten verfügen, die ihnen den Umgang mit diesen Informationen, den Krisen und Herausforderungen im Verwaltungsumfeld und den damit erforderlich werdenden Veränderungen umzugehen. Hierbei geht es um mehr als die bloße Anwendung von Programmen bzw. digitalen Tools und das Verständnis von Prozessen. Es geht um die Befähigung, in einem digitalen und sich schneller verändernden Umfeld erfolgreich und im Sinne der tatsächlichen Anforderungen und weniger im ausschließlichen Sinne des Zuständigkeitsprinzips zu handeln. 

Die Schlüsselrolle der Weiterbildung für den Erfolg

Eine entscheidende Voraussetzung für den Erfolg, insbesondere in Krisenzeiten, ist zudem die fortlaufende Entwicklung der Mitarbeitenden und Führungskräfte. Fachliche Schulungen für den jeweiligen Bereich allein reichen nicht aus. Die Verwaltung benötigt auch eine Stärkung methodischer Kompetenzen, um den Herausforderungen der Digitalisierung und sich ändernden Rahmenbedingungen gewachsen zu sein.

Der Erfolg öffentlicher Verwaltungen erfordert eine ganzheitliche Weiterentwicklung von Mitarbeitenden und Führungskräften, jenseits rein fachlicher Schulungen, um methodische Kompetenzen und digitale Anpassungsfähigkeit zu stärken.
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Beispiele hierfür sind agile und visuelle Arbeitsmethoden, aber auch der Einsatz und die Nutzung sozialer Medien im Verwaltungskontext, Kommunikationstechniken, ein gewisses Grundverständnis sowie Instrumente für ein sinnvolles Change Management in der Verwaltung.

In öffentlichen Verwaltungen werden oftmals vor allem Weiterbildungen gestützt, die sehr eng am eigenen Fachgebiet liegen. Wer beispielsweise für Haushaltsthemen zuständig ist, darf sich bzgl. Haushaltsfragen weiterbilden und wer sich mit Personenstandswesen beschäftigt, der darf entsprechende Weiterbildungen genießen. Unsere Welt ist jedoch deutlich komplexer geworden, weshalb ein zu enger Blickwinkel dieser Komplexität nicht gerecht werden kann. Selten wird zudem echte und strategische Personalentwicklung betrieben, sondern eher Personalverwaltung. Hier ließe sich deutlich mehr Potenzial heben, wenn hier mehr Weiterentwicklung von Verwaltungspersonal unterstützt werden würde. Aus den meisten Verwaltungen ist zu hören, dass die Weiterbildungsbudgets bei weitem nicht ausgeschöpft werden. Das ist dramatisch, wenn man die rasanten technischen Entwicklungen beobachtet.   

Wie kann das Interesse an Weiterbildung und digitaler Kompetenz in Verwaltungen gefördert werden?  

Hier kommt es ein Stückweit darauf an, wie digital eine Verwaltung bereits aufgestellt ist und welche Affinität zu Weiterbildung besteht. Im Fall, dass bestimmte digitale Themen bzw. Fähigkeiten bisher kein Thema waren, dann bieten sich kurze und niederschwellige Formate an. Diese sollten ein praktisches Thema und gleichzeitig Übungen beinhalten. Ein gutes Beispiel sind die „Agilen Häppchen“, die vor allem zur Vermittlung von Methodenkompetenz in Verwaltungen eingesetzt werden.

Für Verwaltungen eignen sich die von Apiarista konzipierten 'Agilen Häppchen', die einen niedrigschwelligen Einstieg für bisher unberührte digitale Themen bieten.
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Die einzelnen Häppchen thematisieren jeweils eine Methode. Es gibt einen kurzen theoretischen Impuls, um die Methode in einen Kontext einordnen zu können und dann wird die Methode ausprobiert und geübt. So erhalten die Teilnehmenden einen ersten Impuls und bekommen Lust auf vertiefende Angebote. Auf dieser Basis kann man in ganz unterschiedliche Richtungen vertiefen und erweitern. Es gibt in diesem Fall jedoch deutlich weniger Widerstand gegen neue Impulse, sondern vielmehr wird das Interesse an neuen Inhalten und Fähigkeiten unterstützt.    

Mit der Schaffung einer unterstützenden Lernkultur kann der Rahmen insgesamt verbessert und geöffnet werden. Indem Führungskräfte und Mitarbeitende den Wert von lebenslangem Lernen erkennen und schätzen, entsteht eine Atmosphäre, in der die kontinuierliche Weiterentwicklung als selbstverständlicher Bestandteil der beruflichen Entwicklung betrachtet wird. Dies kann beispielsweise durch Lob und Anerkennung durch Führungskräfte gegenüber den Mitarbeitenden, aber auch untereinander im Rahmen von agilen Ritualen wie einer Review (zweiwöchige Kurzauswertung der erreichten Ergebnisse im zurückliegenden Zeitraum) oder Regelmeetings sichtbar gemacht werden. Durch die Schaffung einer Umgebung, in der Weiterbildung als positiv und förderlich wahrgenommen wird, steigt die Bereitschaft der Mitarbeitenden, sich aktiv mit neuen digitalen Themen auseinanderzusetzen. Die Bandbreite an Möglichkeiten ist groß. Dabei ist es wichtig, die Bedürfnisse der Mitarbeiter:innen zu berücksichtigen und flexible Lernformate anzubieten, die individuellen Lernstilen gerecht werden.  

Die Schaffung einer unterstützenden Lernkultur fördert lebenslanges Lernen und Mitarbeitende haben dadurch mehr Kapazitäten, sich mit neuen digitalen Themen auseinanderzusetzen.
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Insgesamt lässt sich festhalten:

Die Förderung digitaler Kompetenz in der Verwaltung erfordert einen ganzheitlichen Ansatz, der auf einer unterstützenden Lernkultur, gezielten Anreizen und flexiblen Weiterbildungsformaten basiert. Durch diese Maßnahmen wird nicht nur das Interesse an Weiterbildung geweckt, sondern auch die Grundlage für eine erfolgreiche digitale Transformation in der Verwaltung geschaffen. 

Der Weg zur digitalen Kompetenz in der Verwaltung erfordert einen holistischen Ansatz – die Integration von Fachwissen und methodischen Fähigkeiten, um nicht nur krisenresistenter zu werden, sondern auch für die kontinuierliche Evolution im Zeitalter der digitalen Transformation bereit zu sein.