Warum Infrastruktur jetzt entscheidend wird
Künstliche Intelligenz im Regelbetrieb: GenAI-Verbundplattform der govdigital
Titelbild: Im Bild die zentralen Akteure hinter der gd.GenAI-Plattform (v.l.n.r.): Maximilian Brünn (govdigital eG), Kerstin Pede (AKDB), Sebastian Döring (Dataport) und Christoph Schnorrenberger (Komm.ONE, Pilotkunde).
Die Diskussion über Künstliche Intelligenz in der öffentlichen Verwaltung verändert sich gerade grundlegend. Nicht mehr nur die Frage „Was kann KI?“ steht im Mittelpunkt, sondern zunehmend auch: Wie lässt sich KI dauerhaft, sicher und verlässlich betreiben?
Behörden nutzen Assistenzsysteme für Recherche, Textarbeit oder Wissensmanagement, darunter Anwendungen wie LLMoin oder F13. Öffentliche IT-Dienstleister arbeiten zugleich an ersten KI-gestützten Anwendungen für Verwaltungsprozesse und bestehende Fachverfahren.
In den vergangenen Monaten drehte sich die Debatte dabei vor allem um konkrete Einsatzmöglichkeiten von Künstlicher Intelligenz: Wo kann KI im Verwaltungsalltag entlasten? Und welche Anwendungen eignen sich für den produktiven Einsatz?
Mit der zunehmenden Verbreitung solcher Anwendungen rücken nun allerdings Themen wie Datenschutz, Betriebssicherheit, Integration in bestehende IT-Landschaften oder die Kontrolle über Daten stärker in den Vordergrund – insbesondere dort, wo KI-Anwendungen dauerhaft in bestehende Verwaltungsprozesse integriert werden sollen.
Gemeinsame Infrastruktur statt paralleler Einzellösungen
Die govdigital als Genossenschaft öffentlicher IT-Dienstleister entwickelt aus diesem Grund mit ihren Mitgliedern die gd.GenAI-Plattform – eine gemeinsame Entwicklungs- und Betriebsumgebung für KI-Anwendungen als Service für die öffentliche Verwaltung.
Diese Verbundplattform bündelt zentrale Funktionen wie standardisierte Betriebsumgebungen und deren zentrale Verwaltung in einem einzigen Dashboard, die Anbindung unterschiedlicher Sprachmodelle, Multi-Mandantenfähigkeit sowie zentrale Sicherheits- und Skalierungsfunktionen.
Die öffentlichen IT-Dienstleister erhalten so eine gemeinsame Grundlage, um KI-Anwendungen für Behörden und Kommunen sicher und souverän bereitstellen und betreiben zu können. Gerade angesichts der hohen Anforderungen an Rechenkapazitäten und spezialisiertes Fachwissen im Bereich KI bietet der gemeinsame Infrastrukturansatz die Möglichkeit, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und den Zugang zu leistungsfähigen KI-Technologien auch dort zu ermöglichen, wo entsprechende Kompetenzen oder Kapazitäten nicht in vollem Umfang selbst aufgebaut werden können.
KI in der Fläche denken
Die gd.GenAI-Plattform folgt damit einem Gedanken, der in der öffentlichen IT zunehmend an Bedeutung gewinnt: gemeinsame Strukturen dort, wo gemeinsame Anforderungen bestehen – insbesondere mit Blick auf Nachnutzung, föderale Skalierung und digitale Souveränität. Letztere bedeutet im KI-Kontext auch, Kontrolle über Daten, Modelle und Betriebsumgebungen zu behalten.
Auch in der Verwaltungsdigitalisierung insgesamt gewinnt die Frage an Bedeutung, wie erfolgreiche Anwendungen schneller verbreitet und nutzbar gemacht werden können. Programme und Initiativen rund um das OZG oder die aktuelle „Flächendeckungs“-Debatte verfolgen bereits genau dieses Ziel.
Für KI-Anwendungen dürfte diese Frage künftig noch relevanter werden. Denn je stärker KI in bestehende Verwaltungsprozesse integriert wird, desto wichtiger werden gemeinsame technische und organisatorische Grundlagen sowie der effiziente Umgang mit Ressourcen für ihren Betrieb.
Die eigentliche Herausforderung der Verwaltungs-KI liegt damit weniger in der Entwicklung einzelner Anwendungen – sondern in der Frage, wie daraus dauerhaft anschlussfähige, skalierbare und souveräne Infrastruktur entsteht.
Weitere Informationen: https://genai.govdigital.de/