Auch in diesem Jahr gibt es wieder einen bunten Strauß interessanter und aktueller Themen, Referate und Diskussionen mit echten (!) Expertinnen und Experten. Die Riege der politisch Verantwortlichen wird angeführt von Bundesminister und Kanzleramtschef Thorsten Frei MdB – kurzum, auch in diesem Jahr wird erneut das „Who's who“ der Sicherheitsbranche in Berlin (29. und 30. Juni 2026) am Start sein.
Vor dem ersten Kongress (2018) haben wir für die Veranstaltung natürlich nach einem ebenso zutreffenden wie einprägsamen Titel gesucht – und uns rasch für „Wehrhafte Demokratie“ entschieden. „Wehrhaft“ deshalb, weil (auch) unsere Demokratie tagtäglich Angriffen aus ganz verschiedenen Richtungen ausgesetzt sind. Gerne assoziieren wir das Wort „Angriff“ mit einer militärischen Aggression fremder Mächte. Mit Panzerarmeen und Luftschlägen, mit denen die territoriale Integrität unseres Landes verletzt wird. Diese Form der Bedrohung ist – leider – nach wie vor besonders bedrohlich, aber eben nur ein Teilaspekt vielfältiger Angriffsmuster. Angriffe auf die kritische Infrastruktur, regelmäßig auch auf die digitale oder die Energieversorgung gehören ebenso zum Portfolio der Angreifer wie der Versuch der politischen Destabilisierung unserer Demokratie.
Die territoriale Integrität, der Schutz unserer Außengrenzen vor militärischer Intervention, ist das Eine, die Verteidigung unserer Demokratie das Andere. Aber beides gehört untrennbar zusammen. Daher verteidigt eine wahrlich wehrhafte Demokratie nicht nur das Territorium, sondern auch unsere freiheitlich demokratische Grundordnung. Die grundlegenden Werte und Prinzipien, auf denen das friedliche und demokratische Zusammenleben in der Bundesrepublik Deutschland beruht – so das Bundesverfassungsgericht. Dazu gehören u. a. die Achtung der Grund- und Menschenrechte, die Gewaltenteilung, die Volkssouveränität und ein Mehrparteiensystem inkl. dessen Chancengleichheit und die Gesetzmäßigkeit der Verwaltung.
Diese tragenden Prinzipien unserer Demokratie bilden das Fundament, auf dem wir alle stehen, unabhängig von Staatsangehörigkeit, Hautfarbe, religiöser und politischer Überzeugung.
Um dieses Fundament gegen Erschütterungen von innen und von außen zu schützen, dafür muss unsere Demokratie wehrhaft sein.
Der Autor, Wolfgang Bosbach, ist Kongresspräsident des Berliner Kongresses für Wehrhafte Demokratie. Von 1994 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und dort unter anderem von 2000 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich Innen- und Rechtspolitik und von 2009 bis 2015 Vorsitzender des parlamentarischen Innenausschusses.
Der 8. Berliner Kongress Wehrhafte Demokratie - Gesellschaftlicher Dialog für Innere Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und Zusammenhalt findet vom 29. bis 30. Juni 2026 im Hotel de Rome in Berlin statt.