Den Notfall üben
In der Praxis entscheiden technische, formelle und persönliche Aspekte über Cyberresilienz
Sind Rollen eindeutig definiert? Wer priorisiert Services? Welche Informationen benötigt die Leitungsebene für fundierte Entscheidungen? Wie werden Fachbereiche, externe Dienstleister und gegebenenfalls Behörden eingebunden? Und wie lässt sich der Betrieb kontrolliert stabilisieren, ohne neue Risiken zu erzeugen?
Praxisnahe Prüfung über IT-Notfallübungen
Um genau diese Fragen zu prüfen, stellt govdigital ihren Mitgliedern sowie deren Trägern den Service „IT-Notfallübungen“ im Inhouse-Modell zur Verfügung. Die entsprechenden Leistungen wurden von govdigital am Markt ausgeschrieben und werden in Form eines Rahmenvertrages von der Firma Deloitte erbracht.
Durch Notfallübungen kann eine Organisation ihre Handlungsfähigkeit in kritischen Lagen erhöhen, Schwachstellen frühzeitig sichtbar machen und die Zusammenarbeit zwischen IT, Fachbereichen, Management, Kommunikation und Krisenstab stärken. IT-Notfallübungen fördern ein gemeinsames Lageverständnis, erhöhen die Entscheidungssicherheit und helfen, Maßnahmen zu priorisieren – bevor ein reales Ereignis unter Zeitdruck dazu zwingt.
Abhängigkeiten, Informationslücken und Verantwortlichkeiten erkennen
Der Service der govdigital deckt den gesamten Übungszyklus ab: von der Auswahl geeigneter Szenarien über die Vorbereitung einer Übung bis hin zu Durchführung und strukturierter Nachbereitung. Die Szenarien orientieren sich an typischen Risikolagen, etwa Ransomware-Verschlüsselungen, Ausfällen zentraler Infrastruktur- oder Cloud-Services, Störungen von Fachverfahren, Netzwerk- oder Identitätsproblemen, Datenintegritätsvorfällen oder Ausfällen bei Dienstleistern.
Abhängig vom Reifegrad der Organisation kommen unterschiedliche Übungsformate zum Einsatz: Tabletop-Übungen als strukturierte Lagebesprechung, Planspiele mit Rollenarbeit und Entscheidungsdilemmata oder erweiterte Übungen, in denen Abläufe, Eskalationswege und Schnittstellen unter realitätsnahen Bedingungen getestet werden. Im Fokus stehen dabei nicht „richtige“ oder „perfekte“ Lösungen, sondern das frühzeitige Erkennen von Abhängigkeiten, Informationslücken, unklaren Verantwortlichkeiten und nicht praktikablen Prozessen.
Vom Einzelereignis zur kontinuierlichen Steigerung der Resilienz
Zentraler Bestandteil ist die moderierte Durchführung mit klaren Spielregeln, dokumentierten Einspielern und einer geschützten Umgebung, in der auch kritische Punkte offen benannt werden können. Ebenso wichtig ist die Nachbereitung: Ergebnisse werden strukturiert gesichert, Lessons Learned abgeleitet und in einen priorisierten Maßnahmenplan überführt – konkrete Verbesserungen in Organisation, Technik, Dokumentation und Kommunikation.
So sind IT-Notfallübungen mehr als das einmalige Ereignis. Sie sind ein wirksames Instrument einer kontinuierlichen und nachhaltigen Steigerung der Cyberresilienz.