Dafür stehen u. a. auf Bundesebene die Bundeswehr und der MAD, die Bundespolizei, das BKA, die ZITIS, der Zoll inkl. ZKA, das BfV, der BND, aber auch Behörden wie das BBK oder das BSI. Hinzu kommen die Sicherheitsbehörden der Länder und die kommunalen Ordnungsbehörden. Alles wichtige Pfeiler der nationalen Sicherheitsarchitektur.
Aber: Die Gewährleistung der Sicherheit unseres Landes alleine (!) staatlichen Stellen anzuvertrauen, würde zu kurz greifen.
Ohne Einbeziehung der Zivilgesellschaft und der Wirtschaft werden wir nicht jenen Grad an Resilienz erreichen, den es angesichts hybrider Bedrohungen dringend braucht.
Das Institut der deutschen Wirtschaft hat sich ganz aktuell mit diesem Thema befasst und zunächst die Frage gestellt, wie viel Prozent der heimischen Wirtschaft wohl von geopolitischen Entwicklungen unmittelbar betroffen sind. Im vergangenen Jahr waren 18 % stark betroffen, 33 % nur gering. Diese Zahlen sollen sich allerdings schon in den nächsten fünf Jahren deutlich verändern. 2030 sollen schon 29 % der Unternehmen von diesen Entwicklungen stark betroffen sein, nur noch 20 % nur gering.
Den Schutz vor externen Gefahren haben die meisten Unternehmen in den letzten Jahren deutlich erhöht, die jeweiligen Maßnahmenschwerpunkte verdeutlichen, wo diese Firmen besondere Gefahren – sprich Angriffspunkte – sehen: 86 % investierten in den Schutz vor Cyberangriffen, 55 % rüsteten gegen Desinformation auf, 54 % gegen Sabotage und 52 % beim Thema Spionage. Erstaunlich, dass der klassische Werkschutz bislang deutlich weniger Beachtung fand, hier lag die Quote bei nur 15 %.
Nicht überraschend ist, dass diese Zahlen je nach Branche sehr unterschiedlich sind. Besonders sensibel reagiert man im Bereich der Militärtechnik sowie in den Branchen Maschinenbau, Elektrotechnik und Fahrzeugbau. Unternehmen, die stark auf die Entwicklung und den Einsatz neuer Technologien setzen, sind im Branchenvergleich besonders oft als Dienstleister für die Bundeswehr tätig.
Fazit des IW: „In der Gesamtschau haben die Unternehmen den Ernst der Lage anscheinend erkannt. Dennoch sind sie nur in Teilbereichen gut gegen Angriffe von außen geschützt. [...] Politik und Wirtschaft sollten gemeinsam daran arbeiten, sich in Verteidigungsfragen enger zu verzahnen und auf eine in allen Ebenen wehrhafte Bundesrepublik hinzuarbeiten.“
Der Autor, Wolfgang Bosbach, ist Kongresspräsident des Berliner Kongresses für Wehrhafte Demokratie. Von 1994 bis 2017 war er Mitglied des Deutschen Bundestages und dort unter anderem von 2000 bis 2009 stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Bereich Innen- und Rechtspolitik und von 2009 bis 2015 Vorsitzender des parlamentarischen Innenausschusses.
Der 8. Berliner Kongress Wehrhafte Demokratie - Gesellschaftlicher Dialog für Innere Sicherheit, Verteidigungsfähigkeit und Zusammenhalt findet vom 29. bis 30. Juni 2026 im Hotel de Rome in Berlin statt.