Kampagnenbild: Person am Schreibtisch
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„N-O-Mat“: Ein Tool zur Beschaffung nachhaltiger Reinigungsleistungen

Wie öffentliche Auftraggeber grüne Kriterien vergaberechtskonform nutzen können

Die Professional-Sparte des Mainzer Reinigungsmittelherstellers Werner & Mertz (Tana-Chemie GmbH) hat sich mit der Universität der Bundeswehr München zusammengetan, um öffentlichen Einkäufern den Weg zur nachhaltigen Beschaffung von Reinigungsleistungen zu erleichtern.

Alisa Kitze

Eine von der Universität der Bundeswehr München (UniBw M) kürzlich durchgeführte Analyse der Ausschreibungsunterlagen von über 160 Vergabeverfahren zeigt, dass bei der Beschaffung von Reinigungsmitteln und Reinigungsleistungen Nachhaltigkeitskriterien bisher nur vereinzelt und noch eher zurückhaltend berücksichtigt werden. Zwar finden sich Erwähnungen von Nachhaltigkeit in den Vergabeunterlagen der meisten Auftraggeber – aber nur in 2 Prozent der Fälle als konkrete Zuschlagskriterien. Dies liege laut Prof. Dr. Eßig von der UniBw M weniger am fehlenden Willen der Auftraggeber, als vielmehr am fehlenden Wissen, wie Nachhaltigkeitskriterien vergaberechtlich korrekt integriert und gewichtet werden können.

Aus diesen Erkenntnissen heraus entwickelten die Vergabeexperten der Universität der Bundeswehr München ein Praxistool für öffentliche Einkäufer: Der „N-O-Mat“ stellt öffentlichen Beschaffern „grüne Kriterien“ zur Verfügung, die vergabekonform angewendet werden können, und führt schrittweise durch den Beschaffungsprozess für Reinigungsmittel und -leistungen.

Das praxisbezogene Vergabe-Tool „N-O-Mat“, das aktuell die Erprobungsphase durchläuft, steht ab Anfang des Jahres 2022 im „Magazin für nachhaltige öffentliche Beschaffung“, dem „Vergabe-Insider“, unter vergabe-insider.com zum Download zur Verfügung. Aktuell finden Sie eine erste Beta-Version der Ausschreibungshilfe unter vergabe-insider.com/vorschau-vergabe-tool.

Um Nachhaltigkeit erfolgreich in Beschaffungen implementieren zu können, müssen verschiedene Gegebenheiten vorhanden sein: Neben den erforderlichen Kapazitäten in der Organisation spielt auch das Know-how der öffentlichen Einkäufer eine wichtige Rolle. Zudem müssen die gestellten Anforderungen den Möglichkeiten des Marktes entsprechen, um die Bieterzahl nicht zu sehr zu beschränken. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte wurde das Vergabe-Tool „N-O-Mat“ so benutzerfreundlich und verständlich wie möglich gestaltet, um den Zeitaufwand für den Bearbeiter in Grenzen zu halten. Öffentliche Auftraggeber sollen ökologische Nachhaltigkeit ressourcensparend in den Beschaffungsprozess implementieren und fehlendes Know-how kompensieren können. Zudem soll die Zusammenarbeit zwischen Fachabteilung und Einkauf verbessert und transparenter gestaltet werden, um Informationsasymmetrien zu beseitigen. Durch diese Transparenz kann auch die Ausgangslage von Bietern nachhaltiger Reinigungsmittel und Reinigungsleistungen bei der Vergabe öffentlicher Aufträge schrittweise verbessert werden, was den Markt positiv beeinflussen könnte.

Um den „N-O-Mat“ so anwendungsfreundlich und hilfreich wie möglich zu gestalten, werden weitere Feedbacks zur Vorversion von potentiellen Anwendern ausdrücklich begrüßt. Senden Sie daher Ihre Rückmeldungen zu Ihrer Anwender-Erfahrung, Anregungen und Kritik gerne an:

alessa.kozuch[at]unibw.de

Die Rückmeldungen werden soweit möglich eingearbeitet, bevor der „N-O-Mat“ Anfang 2022 finalisiert wird. Die Rechtskonformität der Endversion wird vor Veröffentlichung von einem Experten überprüft.

Das Bild im Header ist ein Kampagnenmotiv der von der Tana-Chemie GmbH durchgeführten Hero-Kampagne. Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.helden-der-kreislaufwirtschaft.de/